Garten bei Frost gießen: das gilt es zu beachten

Die meisten Pflanzen und Blumen verlieren im Winter ihre Blätter oder verblühen.

Aber trotzdem gibt es manche immergrüne Pflanzen weshalb sich also folgende Frage stellt: Soll man den Garten auch bei Frost gießen?

Ob und falls ja, unter welchen Bedingungen es sinnvoll ist den Garten auch bei Frost zu wässern erfährst du in diesem Artikel.

Garten bei Frost gießen: das gilt es zu beachten

Auch bei frostigen Temperaturen oder Nachtfrösten solltest du deinen Garten bzw. vor allem Nadelhölzer, immergrüne Laubgewächse und Schlinger wie Efeu ausreichend gießen. Jedoch nur wenn der Boden vollständig aufgetaut und nicht mehr gefroren ist. Eine ausreichende Wasserversorgung schützt die Pflanzen vor allem in der Übergangszeit vor dem Austrocknen, denn auch bei niedrigen Temperaturen verdunstet Flüssigkeit durch die immer noch teils starke Sonneneinstrahlung. Du kannst deine Pflanzen zusätzlich auch mit Vlies, Wolle oder Jutesäcken abdecken um sie vor dem Austrocknen zu schützen und die notwendige Wasserzufuhr zu reduzieren.

Inhalt

Gerade im Herbst oder im Frühling können Temperaturschwankungen allen Hobbygärtnern das Leben schwer machen.

Der Wechsel zwischen niedrigen Temperaturen und teilweise sogar Frost und wärmeren Sonnentagen kann teilweise tückisch für verschiedene Pflanzen sein.

Dabei stellt sich die Frage, ob man den Garten bei Frost gießen sollte oder nicht?

Bevor wir uns im Detail um diese Frage kümmern, untersuchen wir zunächst, ob diese Frage überhaupt von Relevanz für den durchschnittlichen Gärtner*in ist.

Denn, wie viele Tage mit Temperaturen unter Null gibt es im Jahr überhaupt?

Mit Hilfe der Daten des Wetterkontors habe ich die Anzahl der Frosttage an verschiedenen Orten in Deutschland herausgesucht. Im Jahr 2019 lauteten diese wie folgt:

Ein Frosttag wird dann gezählt, wenn „die Lufttemperatur in 2 Metern Höhe zeitweise unter 0 Grad Celsius sinkt.“

Basierend auf diesen Zahlen kann man somit sagen, dass man in Deutschland im Mittelwert mit ca. 50 Frosttagen (natürlich je nach Ort und Jahr teils unterschiedlich) pro Jahr rechnen muss.

Das heißt, ob man den Garten auch bei Frost wässern muss, sollte sich jeder Hobbygärtner an fast 2 Monaten stellen, natürlich bei dieser vereinfachten Rechnung inklusive der reinen Wintertage.

Muss ich meinen Garten auch bei Frost gießen

Im Allgemeinen gilt, dass du deinen Garten nicht gießen solltest, wenn der Boden gefroren ist und auch noch laut Wettervorhersage weitere Tage gefroren sein sollte.

Denn wenn der Boden bereits gefroren ist kann er kein weiteres Wasser aufnehmen. Dieses würde lediglich auf der Oberfläche bzw. auf der Erde frieren und eine zusätzliche Eisschicht bilden.

Sollte dein Boden nicht dauerhaft und tiefgründig gefroren sein, kann es durchaus Sinn machen den Garten zu Gießen.

Das kann vor allem in zwei Fällen vorkommen:

Vereinzelte Frostnächte bei denen lediglich die Temperatur in der Nacht unter Null fällt. Dabei friert meist der Boden nur in den obersten Schichten und taut tagsüber vollständig auf.

Gibt es Frostnächte solltest du am Tag prüfen ob der Boden noch gefroren ist oder nicht. Ist er dies noch, solltest du deinen Garten nicht gießen.

Ist der Boden am Tag vollständig aufgetaut kann er Wasser aufnehmen und somit kannst bzw. solltest du die Pflanzen wässern die es nötig haben. Welche Pflanzen das sind erfährst du im nächsten Kapitel.

Mehrere wärmere Tage ohne Frost inmitten von Kälteperioden. Denn dann kannst du dir sicher sein, dass der Boden vollständig aufgetaut und bereit ist Wasser aufzunehmen.

Der Garten sollte also auch bei Frost bzw. Frostnächten gegossen werden, sofern der Boden vollständig aufgetaut ist, um nicht auszutrocknen.

Da im Herbst und Winter auch weiterhin die Sonne scheint bzw. UV-Strahlung auf den dunklen Boden und die grünen Blätter eintrifft, verdunstet fortlaufend Wasser aus dem Garten und den Grünpflanzen.

Aber was passiert, wenn ich meinen Garten bei Frost nicht gieße

Solltest du deinen Garten bzw. bestimmte Grünpflanzen bei kälteren Temperaturen und ggf. mit frostigen Nächten, aber trotzdem ohne dauerhaft gefrorenen Boden nicht gießen, kann dies teils längerfristige Folgen für deine Pflanzen haben.

Denn auch im Herbst oder Winter verdunstet Wasser vor allem durch die grünen Blattoberflächen von (immergrünen) Pflanzen wodurch diese kontinuierlich Feuchtigkeit verlieren.

Sollte also wenig Niederschlag in der kälteren Jahreszeit fallen und die Tage trotzdem sehr sonnig sein kann dies dazu führen, dass die Pflanzen austrocknen was durch Frost und Kälte im Winter noch verstärkt wird.

Im schlimmsten Fall können Pflanzen auch über den Winter komplett austrocknen, sodass sie im Frühjahr keine Chance mehr haben und ausgetauscht werden müssen.

Welche Pflanzen sollte man auch im Herbst und Winter wässern

Wie bereits erwähnt solltest du vor allem bei immergrünen Pflanzen bzw. auch bei bestimmten Stauden oder Gräsern darauf achten, dass sie in der Übergangszeit nicht austrocknen.

Im Gegensatz zu immergrünen Pflanzen werfen sommergrüne Pflanzen ihr Laub im Herbst ab um den Wasserbedarf zu reduzieren und so sparsam und auch mit wenig Feuchtigkeit durch den Winter zu kommen.

Dennoch, die dauerhaft grünen Pflanzen laufen der Gefahr vor allem in der Übergangszeit zu verdursten. Denn trotz möglicher Frostnächte kann es tagsüber so warm und sonnig werden, dass mehr Wasser verdunstet als z.B. durch Regen an die Wurzeln der Pflanzen gelangt. In diesen Fällen solltest du die Pflanzen in jedem Fall gießen sofern der Boden tagsüber vollständig aufgetaut ist.

Folgende Pflanzen solltest du – unter anderem auf Empfehlung der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – auch in der Übergangszeit weiterhin gießen:

NadelhölzerImmergrüne LaubgehölzeImmergrüne Schlinger
FichteRhododendrenEfeu
KieferSchneeball (immergrüne Arten)Immergrünes Geißblatt
TanneFelsenmispelBrombeere
EibeBerberitzeKletternder Spindelstrauch
WacholderKirschlorbeer
ScheinzypresseBuchsbaum
Lebensbaum
Zeder

Genauer gesagt wird empfohlen diese Nadelhölzer, immergrünen Laubgehölze und Schlinger vor allem im Herbst mit einer ausreichenden Menge Wasser zu versorgen, von denen die Pflanzen im Winter zehren können.

Im Durchschnitt sollten 30-40 Liter Wasser pro Quadratmeter Fläche ausreichen, die idealerweise im Oktober und spätestens bis Anfang November ausgebracht werden sollen.

Dabei ist wie gehabt darauf zu achten, dass der Boden nicht gefroren sein darf, was vor allem an sonnigen und warmen Tagen – trotz möglicher Frostnächte – der Fall sein kann.

Zusätzlicher Schutz für Pflanzen vor dem Austrocknen bei frostigen Temperaturen

Neben dem ausreichenden Gießen kannst du deine Pflanzen auch durch weitere Methoden vor dem Austrocknen schützen.

Generell steht dabei der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung bzw. das Abdecken und Isolieren des Bodens im Vordergrund, um somit die Verdunstung von Wasser möglichst stark zu reduzieren.

Folgende Möglichkeiten stehen dir offen um deine Pflanzen auch bei Frostnächten mit warmen Tagen vor dem Austrocknen zu schützen:

Helles Kunstvlies

Helles Vlies kannst du in jedem Baumarkt oder im Internet (wie z.B. hier bei Amazon*) sehr günstig kaufen. Zum Abdecken einfach eine passende Menge an Vlies nehmen und um den Stamm der Pflanze herum großzügig den Boden abdecken.
Achte darauf, dass du nur helles Vlies verwendest, das im Gegensatz zu dunkleren Stoffen die Sonne möglichst stark reflektiert.

Schafwollvlies

Schafwollvlies (wie z.B. diese Variante*) ist die natürliche Variante von hellem Kunstvlies. Ähnlich wie Kunstvlies solltest du auch das Schafwollvlies möglichst großzügig unterhalb der Pflanzen auf dem Boden verteilen.
Im Gegensatz zum Kunstvlies ist das aus Schafswolle meist dicker und somit besser isolierend, allerdings auch preislich etwas teurer.

Reet-, Weide- oder Schilfmatten

Solche Matten werden häufig als Sichtschutz eingesetzt und können im Baumarkt oder im Internethandel erstanden werden. Der Vorteil bei einem Kauf im Internet ist, dass eine sehr große Auswahl an verschiedenen Größen und Materialien besteht, wie du hier sehen kannst.  

Es gibt sowohl Reetmatten*, Weidematten* oder auch Schilfmatten* in verschiedenen Größen und Farben. 

Trotz des Haupteinsatzzweckes als Sichtschutz können solche Matten je nach Größe auch sehr gut als isolierende Schicht auf Beete bzw. unter Pflanzen ausgebracht werden. Auch hier darauf achten, dass sie unterhalb der Pflanzen großzügig ausgebracht werden um somit eine möglichst Große Fläche abzudecken.

Reisig

Reisig, also sehr dünne Zweige, eignen sich auch sehr gut um den Garten vor Frost und Verdunstung zu schützen. Dafür solltest du das Reisig großzügig und möglichst dicht unterhalb der betroffenen Pflanzen verteilen um somit eine direkte Sonneneinstrahlung auf den Boden zu verringern.
Der Vorteil von Reisig ist, dass er auf dem eigenen Grundstück sogar kostenlos gesammelt werden kann und gegebenenfalls auch mehrere Jahre verwendet werden kann.

Jutesäcke oder -decken

Auch Jutesäcke- oder decken eignen sich hervorragend als Isolierschutz für deine Pflanzen im Winter. Der Vorteil von Jutesäcken ist, dass diese sehr robust und widerstandsfähig sind. Das heißt auch bei großer Belastung durch rauen Boden, Schnee, Frost, kleine Steine oder Äste, lassen sich die Säcke oder Decken problemlos über Jahre bzw. Jahrzehnte wiederverwenden.
Dementsprechend ist eine Investition in einen Jutesack, der hier bei Amazon schon für kleines Geld erworben werden kann, eine sehr lohnende*.

Im Folgenden habe ich alle oben Beschriebenen Varianten, deinen Garten zusätzlich vor Frost zu schützen, bezüglich der Kosten pro Quadratmeter sowie der hauptsächlichen Vor- und Nachteile verglichen.

Der Vergleich zeigt, dass sich die Alternativen teils stark beim Preis unterscheiden und natürlich unterschiedliche Vor- und Nachteile aufweisen.

Müsste ich mich allerdings für eine Variante entscheiden um meine Beete vor Frost zu schützen, würde ich mir dafür Jutesäcke kaufen bzw. besitze diese bereits.

AbdeckungKosten pro m²VorteileNachteileAmazon Link
Helles KunstvliesCa. 0,50 €• Günstigste Alternative im Vergleich
• Sehr leicht zuzuschneiden
• Teilweise sehr dünn und somit weniger isolierend
• Kann je nach Untergrund schneller kaputt gehen
• Kein natürliches Material
• Muss zugeschnitten werden
Helles Kunstvlies auf Amazon
SchafwollvliesCa. 4,00 €• Natürliches, biologisch abbaubares Material
• Aufgrund der Dicke des Materials sehr gut isolierend
• Kann sonst für wenige Zwecke anderweitig verwendet werden
• Aufgrund des relativ großen Volumens benötigt es mehr Platz zum Verstauen
Schafwollvlies auf Amazon
Reet-, Weide- oder SchilfmattenCa. 4,30 €• Natürliches, biologisch abbaubares Material
• Sehr robust und langlebig
• Kann auch anderweitig als Sichtschutz verwendet werden
• Oftmals schwierig in der Handhabung da sehr groß und teils schwer zuzuschneidenReetmatten, Weidematten oder Schilfmatten auf Amazon
ReisigKostenlos• Natürliches, biologisch abbaubares Material
• Kann im eigenen Garten/Wald kostenlos gesammelt werden
• Teilweise etwas brüchig
• Für eine vollständige Abdeckung wird sehr viel Material benötigt
-
Jutesäcke oder -deckenCa. 4,40 €• Natürliches, biologisch abbaubares Material
• Jutesäcke können auch für andere Zwecke verwendet werden
• Sehr robust und langlebig
• Teuerste Alternative im VergleichJutesack auf Amazon

All diese Methoden zum Abdecken der Pflanzen haben eine weitere Gemeinsamkeit: der Vorteil, dass du auch, wenn der Boden abgedeckt ist, immer noch sehr einfach ertasten bzw. erfühlen kannst, ob die darunter liegende Erde gefroren ist oder nicht.

Somit kannst du auch trotz der Abdeckung an frostfreien Tagen die Pflanzen weiterhin mit ausreichend Wasser versorgen.

Was ist beim Gießen meiner Pflanzen bei Frost zu beachten

Unterschied von Luft- und Bodentemperatur

Wenn wir im Allgemeinen von Nachtfrost sprechen, unterscheiden wir dabei selten zwischen Luft- und Bodenfrost.

Allerdings ist diese Unterscheidung gerade in der Übergangszeit ein wichtiger Faktor, denn die Lufttemperaturen sind nicht gleichzusetzen mit den Bodentemperaturen.

Wenn, zum Beispiel, eine Lufttemperatur von 2 bis 4 Grad in der Nacht herrscht, bringt dies meist schon einen Bodenfrost mit sich da kalte, schwere Luft auf den Boden absinkt.

Das heißt, auch wenn dein Thermometer Plusgrade in der Nacht anzeigt kann es sein, dass dein Garten gefroren war und du mit dem Gießen warten solltest, bis der Boden wieder aufgetaut ist.

Daher am besten entweder einen zweiten Thermometer auf Bodenhöhe montieren oder vor jedem Gießen kontrollieren ob der Boden tatsächlich noch gefroren ist oder nicht.

Dabei solltest du allerdings beachten, dass die Erde in einem Meter tiefe in etwa 5 Grad kälter ist als an der Oberfläche.

Ist die Bodenoberfläche als aufgetaut und weißt +2 Grad auf, kann es sein, dass die Erde in einem Meter Tiefe noch etwa -3 Grad hat und noch gefroren ist.

Darüber solltest du dir immer Bewusst sein und somit auch bei Nächten mit Bodenfrost erst wieder Gießen, wenn der Boden und somit auch die tieferen Bodenschichten, in denen sich viele Wurzeln befinden, eine ausreichend hohe Temperatur aufweisen.

Gießen von Kübelpflanzen

Neben dem Temperaturunterschied an der Bodenoberfläche und in tieferen Schichten solltest du außerdem beim Gießen von Kübeln in der Übergangszeit sehr vorsichtig sein.

Wenn der Garten bzw. ein Beet vollständig aufgetaut ist, kann sich das Gießwasser ohne Probleme im Boden verteilen.

Wenn du allerdings eine Pflanze im Kübel gießt, kann sich dort das Wasser nur im Boden des Kübels verteilen. In der Übergangszeit solltest du bei Kübelpflanzen vor allem darauf achten, dass du nicht zu viel Wasser in den Kübel kippst, denn man kann nie wissen wann der nächste Frost kommt.

Bei Frost friert nämlich das Wasser auch im Kübel und dehnt sich aus, wie auch in diesem Artikel über die Behandlung von Regentonnen im Winter beschrieben ist.

Demnach musst du immer darauf achten dem Wasser im Kübel noch ausreichend Platz zum Ausbreiten zu lassen und solltest daher Kübelpflanzen nur moderat aber gerne öfters in frostfreien Perioden gießen.

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